Die Erlöserkirche von Braunsdorf

Der erste Kirchenbau von Braunsdorf wurde 1270 vollendet und wies noch spätromanische Formsprache auf. Im Jahre 1700 wurde die Kirche barockisiert und von 1873-77 grundlegend erneuert, wobei man in sich Anlehnung an ihre mittelalterlichen Ursprünge neoromanischer Elemente bediente und die barocke Innenausstattung nahezu vollständig entfernte. Dabei wurden beim Abriss des barocken Altars in seiner Vermauerung mit spätromanischen Kapitellen und Basen noch Reste des mittelalterlichen Kirchenbaus gefunden, die sich heute im Merseburger Museum befinden. Im Zuge dieser  Renovierung wurde außerdem die Sakristei in Form einer romanischen Apsis an das Kirchenschiff angesetzt. Die letzte große Renovierung der Kirche begann 1990 und war 1998 abgeschlossen.

Der mittelalterliche Westturm wurde 1698-1700 abgerissen und der alten Form wieder neu aufgebaut, wobei die spätgotischen Rechteckfenster  wieder verwendet wurden. Er ist im Unterteil quadratisch und nimmt eine Fläche von 8,70 m x 8,70 m ein. Im oberen Teil wird er achteckig.

Nahezu das gesamte Inventar mit Kanzel, Altar, Gestühl und Orgel stammt aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, so dass sich ein einheitliches Bild einer neoromanischen Kirchenausstattung bietet. Auch die mit einer Schablonenmalerei verzierte Holzdecke ist in diese Zeit einzuordnen. Die Orgel aus dem Jahr 1876 kommt aus der Werkstatt von Friedrich Ladegast. Lediglich eine spätgotische Sakramentsnische hat sich von der alten Kirche erhalten und ist in der Ostwand des Kirchenschiffes vermauert. In der Turmkapelle, die ein Kreuzgratgewölbe aufweist, steht noch eine alte Sandsteintaufe aus dem Jahr  1631. Noch im 18. Jahrhundert wird außerdem von zwei Nebenaltären berichtet, die der heiligen Anna und der heiligen Barbara geweiht waren.

Vor der Schlacht bei Roßbach am 5. November 1757 weilte der preußische König Friedrich II. in Braunsdorf. Am 3. November bestieg er den Kirchturm um Ausschau zu halten, danach übernachtete er im Pfarrhaus. Zu dieser Zeit wurden auch Wachen vor die Kirche gestellt, um Plünderern keine Chance zu geben.

(Text: Susanne Riemer-Ranscht)